2021-05-28 | Petrus Canisius – katholischer Reformator und Heiliger

von Sebastain Berndt, letzter Teil

Petrus Canisius war im Grunde Zeit seines Lebens im ganzen südlichen deutschsprachigen Raum unterwegs – und legte dabei rund 58.000 km zu Fuß zurück. Er predigte jedoch nicht seine eigenen Interessen, sondern zum Zweck der Erweckung der Kirche in den Seelen. Dieser ihm früh im kartäusischen Kontext ins Herz gelegte Gedanke war die Motivation praktisch seines ganzen Tuns. Selbst wenn er, wie in Augsburg, aus heutiger Sicht arg bedenkliche Predigten gegen Hexen hielt und aus tiefstem Herzen selbst glaubte, was er predigte, konnte er sich aus Gehorsam seinen Ordensoberen beugen und diese Predigten schließlich einstellen. Dass das nicht ohne inneren Kampf abgegangen sein kann und Petrus Canisius wohl auch nicht immer ein besonders umgänglicher Mensch gewesen sein dürfte, zeigt sich auch in seiner vehementen Kritik seines Nachfolgers als Ordensprivinzial. Ein Konflikt der erst mit seiner Versetzung nach Freiburg gelöst wurde.

Zugleich konnte er die berechtigten reformatorischen Anliegen aufgreifen und katholisch wenden. Seine Katechismen sind unverkennbar strukturell den Katechismen Luthers nachgebildet. Inhaltlich verwendet er aber viel Energie, die reformatorische Lehre als Irrtum zu erweisen und positiv den katholischen Glauben zugänglich zu machen. Obgleich ihm durchaus ein Talent für gepflegte Polemik in die Wiege gelegt worden sein muss, hat er in der Regel gegen Lehren, nicht gegen Personen polemisiert – und damit das in der Praxis äußerst schwierig umzusetzende Wort Augustins beherzigt: Hasse die Sünde, aber liebe den Sünder. Nie soll er für die Reformatoren das Wort Ketzer oder Irrlehrer benutzt haben, sondern vorsichtig, aber nicht weniger kritisch von „neuen Lehre(r)n“ gesprochen haben. So heftig er die neue Lehre kritisieren konnte, so sehr konnte er die berechtigen Anliegen aufgreifen und katholisch wenden.

Gerade mit seinen Ecken und Kanten ist Petrus Canisius ein gutes Beispiel, was ein Heiliger eigentlich ist: Ein Mensch, der Gott liebt, und deshalb trotz seiner Fehler und Macken durch Gehorsam und die Gnade Gottes Großes vollbringen kann – oder vielmehr: die Gnade Gottes durch ihn.

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Was Petrus Canisius, obwohl vor einem halben Jahrtausend geboren, uns ganz aktuell zum Thema Neuevangelisierung zu sagen hat, legt Bischof Bertram Meier (damals noch Domdekan) in einem Standpunkt-Gespräch mit Pfr. Kocher von Radio Horeb dar.

Wir danken Herrn Sebastian Berndt, dass er uns so ausführlich mit dem Leben und Wirken eines unserer Patrone bzw. des zweiten Apostels Deutschlands bekannt gemacht hat. Weiteres dazu findet sich auch in dem von Herrn Berndt herausgegebenen Magazin X451 – Jesus Christus – wahrer Gott, wahrer Mensch. Fanzine des katholischen Glaubens.
In der Juni-Ausgabe wird u.a. eine Katechismus-WhatsApp-Gruppe zu Wort kommen, die auf Initiative von Christus in die Mitte, Aachen, entstanden ist. Die Teilnehmer haben sich vor einigen Monaten aus den Bistümern Aachen, Erfurt und Dresden-Meißen zusammengefunden, um sich in Vorbereitung auf den Internationalen Eucharistischen Kongress in Budapest (mehr dazu an dieser Stelle im Juli/ August) wöchentlich über einen neuen Abschnitt des Katechismus‘ der Katholischen Kirche (KKK) auszutauschen. In der X451-Fanzine werden sie nun Zeugnis davon ablegen, wie der KKK heute gelesen und verstanden werden kann. Vielleicht lassen Sie sich ebenfalls anregen, sich mit den Schätzen unseres katholischen Glaubens tiefer zu befassen.

Vielleicht hilft Ihnen dabei auch die neue Folge in unserer Katechesen-Reihe: Herr Martin Hohmann hat sich für uns Gedanken zum Thema Weihe gemacht.

In unserem Newsletter vom 6. Februar dieses Jahres haben wir begonnen, uns einem wesentlichen „Stein“ aus Medjugorje verstärkt zuzuwenden – dem Lesen der Bibel. Heute dürfen Sie auf gleich zwei neue Bibel-Podcasts freuen, nämlich zu Kapitel 4 und Kapitel 5 des Markusevangeliums. Wir sind Herrn Kaplan Münnemann sehr dankbar für seine Zusammenschau der Texte und wünschen Ihnen, dass Sie sich inspirieren lassen von der Tiefe seiner Gedanken.

Und hier noch vier Hinweise auf AKTUELLE TERMINE:

1) Die Initiative Beten für Bischöfe vereint inzwischen mehr als 2100 aktive Gebetspaten und feiert am 5. Juni 2021, dem Bonifatiustag, in Kevelaer eine Hl. Messe. Hauptzelebrant wird Pfarrer Peter Meyer sein. Das Hochamt übertragen EWTN und Radio Horeb live! Herzliche Einladung an uns alle, diese große Gebetsfamilie in ihrem Anliegen für ein fruchtbringendes Wirken unserer Bischöfe durch Ihr Mitfeiern am Bildschirm zu stärken.

2) Am Fest Fronleichnam wird es in St. Kilian/Bad Liebenstein im Anschluss an die Hl. Messe ab 18.00 Uhr eine zweistündige stille Anbetungszeit geben, in der wir wieder für Priesternachwuchs und Ordensberufungen beten. Besonders schließen wir auch den zu Pfingsten neu geweihten Priester Lukas Hennecke ein und bitten darum, dass sich in diesem Anliegen viele Leser mit uns verbinden.

3) 24-h-Anbetung wird auch sein in St. Marien in Stotternheim vom 5. zum 6. Juni. Alle sind herzlich eingeladen, und wer eine feste Gebetszeit übernehmen möchte, kann sich vorab anmelden unter peter-maruschke@t-online.de .

4) Die Philosophisch-Theologische Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz bei Wien schlägt am 28./29. Mai 2021 in einer hochkarätig besetzten Tagung zum Thema Eros und Jungfräulichkeit den Bogen von der Literatur zur Theologie. Die Tagung wird live auf Youtube übertragen.

Wer glaubt, ist nie allein!

Im Gebet verbunden grüßt das Kernteam von Christus in die Mitte – Erfurt und wünscht Ihnen allen Gottes Segen für die restlichen Tage beim Gebetsmarathon im Marien-Monat Mai sowie einen vom Hl. Geist erfüllten Start in den Herz-Jesu-Monat Juni.

2021-02-02 | Atemberaubend unterwegs im Online-Express

… im Online-Express von WIEN nach SELFKANT-Süsterseel, MARIENFRIED und MEDJUGORJE – so durfte ich die Tage seit vergangenem Donnerstag bis Sonntag erleben.

An Bord zu bleiben war keineswegs selbstverständlich, denn eine ausgerechnet an diesem Wochenende andauernde Störung von Internet und Telefon musste überbrückt werden. Wer da wohl seine Hände im Spiel hatte???
Doch im Sinne des Liedverses „Gott du bist größer, Gott du bist stärker, Gott du stehst höher als alles andre! Gott … starker Befreier …“ lief dann per Handy alles wie am Schnürchen!!! Dank sei Gott!!!

Auf meiner ersten Station begegnete mir am Donnerstag und Freitag Dr. Johannes Hartl mit seinen Vorträgen in Heiligenkreuz vor künftigen Priestern. Seine für mich neuartigen und beachtenswerten Darlegungen zur gegenwärtigen Situation von uns Christen und zu möglichen Auswegen würde ich gern überschreiben mit dem Buchtitel: „Kleiner Mann, was nun?“ (Hans Fallada)

Hier können Sie alle 3 Vorträge von Dr. Hartl anschauen:
1. Vortrag. Eine neue Kultur: https://www.youtube.com/watch?v=RnOhsVnl6-M
2. Vortrag. Eine neue Sprache: https://www.youtube.com/watch?v=GbpYqbormN8
3. Vortrag. Neue Veranstaltungsformate: https://youtu.be/4IB05oYrx9Y

Danach hieß es, zügig die nächste Station anzupeilen – die Kirche in Selfkant-Süsterseel im äußersten Westen der Republik, wo ab Freitag 20.00 Uhr schon andere Teilnehmer des Seminars LEBEN IM GEIST sowie Pastor Bohnen, Pastor Wieners und Pastor Meyer zum Empfang bereitstanden – begleitet von einem starken Team!
Dieser Abend sowie die beiden folgenden Tage waren von einer solch spirituellen Dichte, dass mir selbst einen Tag danach noch immer kein anderes Wort über die Lippen kommt außer DANKE, DANKE, DANKE und der Psalmvers: „Herr, lass nicht ab vom Werk deiner Hände!“
Wer nach dem Grund dafür forschen und sich ebenfalls einbeziehen lassen möchte in den Lobge-sang auf unseren dreifaltigen Gott, der wird über die folgenden Links garantiert fündig, die zu den Impulsen des Seminars führen:

Alle Infos: https://www.kirche-selfkant.de/leben-im-geist-seminar-29-31-januar-2021/
1. Impuls: Wie kann ich Gott erfahren?: https://youtu.be/wu8_bAbq-2o
2. Impuls: Was hat Jesus für mich getan?: https://youtu.be/UFgc2lNBS68
3. Impuls: Was will der Heilige Geist in meinem Leben tun?: https://youtu.be/Y_VuaxGzKik
4. Impuls: Wie kann ich Gottes Geschenke annehmen?: https://youtu.be/GNDmRnNDuY4
5. Impuls: Wie kann ich den Heiligen Geist empfangen?: https://youtu.be/TSbc9UEW-RU
6. Impuls: Was hilft mir, im Glauben zu wachsen?: https://youtu.be/ZVM4v2-4CRs
7. Impuls: Wie lebe ich heute als Christ?: https://youtu.be/UXFr3WJEj88

Ein geplanter „Seitensprung“ zur Alpha-Online-Konferenz am Samstag musste leider entfallen – nicht aus Datenschutz-, sondern aus Datenvolumengründen. Aber der Besuch lässt sich ja nach-holen. Die besondere Überraschung während dieser Konferenz kam dennoch am gleichen Abend per WhatsApp zu mir: Nämlich der Link zum ersten deutschlandweiten Alpha-Online-Kurs. Jeder (!) kann da online teilnehmen: alpha-fuer-alle.org
Und hier noch das Interview mit Nicky Gumbel – dem Gründer von Alpha – während der Konferenz: https://vimeo.com/506015202/dd92d07778

Während der Pausen in Selfkant (Samstag und Sonntag) ging es flugs nach Marienfried bei Ulm zum Online-Kongress „40 Jahre Medjugorje“: https://www.medjugorje-kongress.de/
Ich kann Euch sagen: Mit ca. 5 Millionen Besuchern ein ganz schönes Gedränge im digitalen Raum! Übrigens kamen 2,5 Mio davon aus den deutschsprachigen Regionen. Überwältigend – dieses Bekenntnis zu Maria und ihrem Wirken für Jesus!
Doch nicht nur Zahlen waren es, die beeindruckten.
Eine erst vor 3 Jahren zum katholischen Glauben konvertierte Moderatorin meisterte souverän ihre Aufgabe. Entgegengebrachtes Vertrauen zahlte sich da sicherlich ebenso aus wie das mütterliche Wirken Mariens und die Hilfe des Heiligen Geistes.

Obwohl nur „Zaungast“ beim Kongress, erlebte ich doch aus meiner Sicht besonders wertvolle Beiträge. Da wäre z.B. Erzbischof Henryk Hoser zu nennen. Seit 2018 als Apostolischer Visitator für Medjugorje zuständig – wusste er aus erster Hand zu berichten , wie Medjugorje als Modell für die Neuevangelisierung der Welt wirkt, und welche „offensichtlichen Ähnlichkeiten“ zu Kibeho bestehen. Sehr klare Worte fanden m.E. auch Pater Miljenko Steko OFM oder Pfr. Dr. Richard Kocher.

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“, sagt Paulus. „Kommt und seht!“ ist ein Wort Jesu. Beide möchte ich den Links zu den Vorträgen gern voranstellen.

Wenn mich jemand um ein Statement zu diesem ereignisreichen Wochenende fragen würde, könnte es vielleicht so lauten:

1. WOW!!! Gott spricht deutlich vernehmbar zu uns!!!

  • ER schaut auf Seine Kirche!
  • ER zeigt uns als Gemeinschaft gangbare Wege auf, wie wir uns als Glieder Seines Leibes Seiner verwandelnden / erneuernden Kraft anvertrauen!
  • ER bietet uns Seine Hilfe an im Heiligen Geist und in Maria!

2. An allen drei „Reisestationen“ begegneten mir (wohl nicht rein zufällig) die hilfreichen „5 Steine aus Medjugorje“:

  • EUCHARISTIE
  • SAKRAMENT DER VERSÖHNUNG
  • FASTEN
  • GEBET / ROSENKRANZ
  • LESEN IN DER BIBEL

3. Als Gesamteindruck bleibt für mich ein Wort der Bibel:

„Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon kommt es zum Vorschein, …“

(Jes 43,19)

Allen Lesern wünsche ich viel Freude beim Entdecken und/oder Vertiefen!


Bildnachweise
1. Bild: Lokomotive auf Pixabay
2. Bild: Offene Tür: Bild von Pexels auf Pixabay
3. Bild: Kirche in Süsterseel. Foto von A. Vogg
4. Bild: Homepage der Alpha-Konferenz 2020/2021
5. Bild: Medjugorje, hinter der Pfarrkirche. Foto von A. Vogg
6. Bild: Kletterhilfe am Berg auf Pixabay
7. Bild: Keimling auf Pixabay